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Fertigungsplanung in einem Kunststoffwerk

Fertigungsplanung in einem Kunststoffwerk

Die Fertigungsplanung in einer Kunststofffabrik bedeutet in der Regel ein relativ enges Spektrum von Fertigungsmethoden (Einspritzung, Strangpressen, u. ä.) bei großer Produktpalette. Das macht zwar den Maschinenpark homogen, stellt aber die Fertigungsplanung vor eine große Herausforderung. Dafür gibt es mindestens drei Gründe:

Breite Produktpalette – das Portfolio der angebotenen Artikel besteht oft aus Tausenden von Artikeln. Einzelne Produkte weisen viele, manchmal geringfügig verschiedene Details wie Farbe, Größe oder Textur auf.

Betriebsübergreifende Zusammenarbeit – Unternehmen der Kunststoffbranche stellen häufig Komponenten für andere Fertigungsstätten her, z. B. für die Automobilindustrie. Das Geschäft in einem solchen Kooperationsmodell erfordert eine strikte Einhaltung des Lieferplans. Verzögerungen können zur Unterbrechung der Arbeit im Partnerbetrieb und in der Konsequenz zu schweren Vertragsstrafen führen.

Unterschiedliche Anforderungen an die Fertigung – Der geplante Verwendungszweck der Ware und deren Empfänger bestimmen die Rahmenbedingungen der Fertigung. Sie bestimmen die Anforderungen an Kontrollmethoden und hygienische Aspekte in der Fertigung. Das gilt zum Beispiel für Medizinprodukte, Babyartikel oder Fahrzeugkomponenten. Die Anforderungen in der Fertigungsplanung an die Fertigung und die Verpackung dieser Produkte sind verschieden.

Eine effiziente Fertigungsplanung in solchen Betrieben erfordert die Automatisierung wiederkehrender Prozesse sowie eine effektive Kontrolle der Arbeitsfortschritte. Solche Methoden bietet ein APS-System (Advanced Planning and Scheduling) an. Es verfügt über eine Reihe von Funktionen, die die Arbeit der Planer erleichtern und beschleunigen. Dazu zählen:

Automatische Fertigungsplanung

Das APS-System legt den Zeitplan selbständig auf Grundlage der festgelegten Kriterien fest, zu denen folgende Parameter gehören:

  • Verringerung der Wartezeiten
  • Optimierung der Ressourcennutzung
  • Minimierung von Verzögerungen
  • Einhaltung von Prioritäten
  • Verkürzung der Vorbereitungszeiten 

Alternative Fertigungsszenarien

Die APS-Software kann mehrere alternative Varianten eines Zeitplans vorschlagen und gleichzeitig eine Reihe von Indikatoren zu deren Vergleich bereitstellen. Die Pläne können unter anderem anhand der folgenden Charakteristika bewertet werden:

  • Fertigungszeit
  • Stillstandzeit/Unproduktive Zeit
  • Anzahl verspäteter Aufträge
  • Durchschnittliche Zeitverzögerung der Aufträge
  • Anzahl der Umrüstvorgänge
  • Umrüstzeiten

Vordefinierte Einstellungen der Fertigungsplanung

Das bedeutet das Einbeziehen von Vorlagen, die die Arbeit der Planer erleichtern. Solche Vorlagen enthalten eine Reihe von Planungsparametern und Regeln. Die Parameter für die Erstellung eines Zeitplans müssen damit nicht erneut definiert werden. Gespeicherte Planungseinstellungen beschleunigen die Fertigungsplanung, verhindern die Wiederholung von Handlungen und verringern das Risiko eines Fehlers.

Verwaltung von Fertigungskapazitäten

Die APS-Software kann Fertigungskapazitäten für Maschinen und Fertigungsbereiche berücksichtigen. So werden beispielsweise Änderungen bei der Mitarbeiteranzahl berücksichtigt und optimal umgesetzt. Dank der Kenntnis der Maschinenleistung, der verfügbaren Werkzeuge, Materialien und Mitarbeiter verhindert das APS-System die Zuweisung eines nicht ausführbaren Fertigungsplanes.

Umrüstmatrix

Im APS-System kann eine Matrix darüber erstellt werden, wie lange die Umrüstung dauert, die für den Übergang von der Fertigung eines Artikels zu einem anderen Artikel notwendig ist. Dies gilt für jede mögliche Änderungsvariante. Diese Zeiten werden in den Zeitplan automatisch berücksichtigt. Das APS-System kann die Anzahl der Umrüstvorgänge mithilfe einer Hierarchie von Attributen optimieren. Während der Fertigungsplanung weiß das System, welche Änderung von Produktattributen (wie Größe oder Farbe) mehr Zeit und welche weniger Zeit in Anspruch nimmt.

Hohe Ergonomie der Fertigungsplanung

Das APS-System visualisiert den Zeitplan in Form eines interaktiven Gantt-Diagramms. Der Planer kann den Plan manuell korrigieren, indem er einzelne oder einen ganzen Block von Operationen verschiebt (Drag & Drop-Methode). Diese Präsentationsmethode ist übersichtlich und benutzerfreundlich, wodurch das System dem Planer mehr Arbeitskomfort bei der Fertigungsplanung bietet als herkömmliche Tabellenkalkulationen.

Laufende Aufteilung der Fertigungsvorgänge

Vorgänge können während der Ausführung gesplittet werden, um beispielsweise einen Auftrag an einer anderen Fertigungsstelle zu fertigen. Diese Funktion ist bei der Feststellung von Verzögerungen, Störungen oder einer plötzlichen Prioritätsänderung nützlich. Wenn das APS-System zusammen mit einem MES-System (Manufacturing Execution System) interagiert, werden Mitarbeiter in der Fertigung über eine Planänderung sofort nach Bestätigung der Fertigungsplanung informiert.

Berichte

Automatisch generierte Berichte über den Verlauf der Fertigung. Dank ihnen läßt sich einfach überprüfen, ob die Anzahl der hergestellten Artikel bzw. die Fertigungs- und Umrüstzeiten in einem bestimmten Zeitraum mit den Annahmen übereinstimmten.

Die Einführung des APS-Systems bringt einen weiteren Vorteil. Das Unternehmen erhält einen Impuls eine Bestandsaufnahme in der Fertigungsstätte vorzunehmen, um einen Überblick über die Ressourcen zu erhalten, diese dann zu ordnen und zu aktualisieren. Das System benötigt zuverlässige und aktuelle Kenntnisse über den Materialbestand, um realistische Fertigungspläne zu erstellen und das Potenzial des Betriebs bei der Fertigung voll zu nutzen.

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