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CMMS – das Instandhaltungssystem

CMMS - Ein Instandshaltungssystem

Der Einsatz eines Instandhaltungssystems hat für fast jedes Unternehmen handfeste Vorteile. Kein Wunder! Eines der Elemente, die für den Erfolg des Betriebs ausschlaggebend sind, ist die Fähigkeit Produktionsmaschinen in einem optimalen technischen Zustand zu halten. Das garantiert eine hohe Kontinuität der Arbeit und verhindert Verzögerungen bei der Auftragsabwicklung. Der Zustand der Maschinen wirkt sich direkt auf die Produktqualität, den Umfang der Produktionsverluste sowie die Kosten von Ausfällen und Fehlfunktionen aus. Für den Zustand der Produktionsmaschinen sind spezialisierte Abteilungen verantwortlich. Ein Instrument, das sie bei ihren täglichen Aufgaben unterstützen kann, ist ein Instandhaltungssystem (CMMS – Computerised Maintenance System). Eine solche Software kann eine eigenständige Anwendung oder ein Teil eines MES-Produktionsleitsystems sein.

CMMS-Anwendungen bestehen im Allgemeinen aus Modulen, die verschiedene Aspekte der Instandhaltung umfassen. Unter den Grundmodulen befinden sich in der Regel:

  • Listen von Maschinen und Geräten mit ihren detaillierten Parametern
  • Werkzeug-, Ersatzteile- und Materiallager,
  • Zeitplanung der Instandhaltungsaufgaben,
  • Listen der Arbeiten,
  • Ereignishistorie (Inspektionen, Austausche, Fehlfunktionen, Störungen).

Instandhaltungssystem – Vorteile einer Implementierung

Jedes Unternehmen hat andere Bedürfnisse und Erwartungen im Zusammenhang mit dem Einsatz eines CMMS-Systems. Zu den möglichen Vorteilen gehören:

  • weniger Störungen und ungeplante Stillstandzeiten
  • Verringerung der Anzahl von Defekten hervorgerufen durch den Zustand der Produktionsanlagen
  • Weniger Mikrostillstände
  • Verbesserung der Produktqualität
  • Weniger Reklamationen der Kunden
  • Erhöhung der Transparenz und der Qualität von Wartungsarbeiten
  • Minimierung der allgemeinen Instandhaltungskosten
  • Höhere Sicherheit für Mitarbeiter
  • Unterstützung der Umsetzung von Qualitätsstandards und EU-Richtlinien
  • Reduzierung des Bearbeitungsaufwands zur Dokumentation

Computergestützte CMMS-Systeme erleichtern Arbeiten in Übereinstimmung mit den gesetzlichen Anforderungen. Zu diesen Vorschriften gehören, unter anderen, die Maschinenrichtlinie 2006/42/EG oder die Sicherheitsrichtlinien zur Maschinenarbeit aus dem Jahr 2009. Mit diesen Vorschriften wurden zusätzliche formale Anforderungen eingeführt, wie zum Beispiel die Pflicht zur Aufbewahrung entsprechender Dokumente.

Instandhaltungssystem – Herausforderungen der Implementierung

An dieser Stelle sei auf die Probleme hingewiesen, die Unternehmen bei der Implementierung eines CMMS-Systems am häufigsten begegnen. Zu den gängigsten Problemen gehören unter anderen:

  • Falsche Kriterien für die Auswahl des Systems
  • Unklare Projektziele
  • Unrealistische Erwartungen
  • Falsche Vorstellungen über Implementierungszeiten und Kosten
  • Unpassend ausgewähltes Team für die Durchführung des Projekts
  • Probleme mit der Verifikation des Projektplans

Hin und wieder haben Mitarbeiter der Instandhaltungsabteilung Vorbehalte gegenüber einer neuen IT-Lösung. Dies ist häufig die Folge der Unkenntnis des Systems. Der Einsatz eines Systems kann aber auch als Instrument zur Kontrolle ihrer Arbeit betrachtet werden. Daher ist es wichtig, die künftigen Nutzer mit den Zielen und Vorteilen des Einsatzes eines Systems vertraut zu machen. Auch die Durchführung von Workshops und Schulungen können sich als nützlich erweisen. Sie geben den Mitarbeitern die Möglichkeit die ausgewählte Lösung kennen zu lernen und diese zu akzeptieren.

Instandhaltungssystem – Bewertung der Wirksamkeit

Der Einsatz eines CMMS-Systems sollte die Leistungsindikatoren der Instandhaltungsabteilung verbessern. Darüber hinaus ermöglichen Funktionen des Systems die laufende Berechnung und Überwachung der vom Werk gewählten und überwachten KPIs. Zur Bewertung der Wirksamkeit der Arbeit der Instandhaltungsabteilung dienen in der Regel folgende Indikatoren:

OEE (Overall Equipment Effectivity) – Gesamtanlageneffektivität (Produkt aus Maschinenverfügbarkeitsfaktor, Leistungsfaktor und Qualitätsfaktor)

MTBF (Mean Time Between Failures) – Mittlere Betriebsdauer zwischen Ausfällen

MTTR (Mean Time To Repair) – Mittlere Reparaturzeit

MLDT (Mean Logistics Delay Time) – Mittlere Wartezeit auf Reparatur

OA (Operational Availability) – Betriebliche Verfügbarkeit

Prävention und Prädiktion

Das CMMS-System ermöglicht die Einführung von präventiven und prädiktiven Konzepten der Instandhaltung im Betrieb. Die präventive Methode beruht auf der Bestimmung, in welchen Intervallen oder nach welcher Anzahl von Produktionszyklen ein Bauteil als verschlissen gilt. Dadurch kann das Element ausgetauscht werden, bevor es zu einer Störungs- oder Ausfallursache wird.

Die prädiktive Instandhaltungsmethode beruht auf der Anpassung der Maßnahmen der Instandhaltungsabteilung an die individuellen Bedürfnisse jeder Maschine. Sie erfordert eine zuverlässige Beurteilung ihres Zustandes. Der Zustand wird anhand systematisch erhobener und analysierter Daten zu Anomalien im Maschinenbetrieb beurteilt. Eine prädiktive Instandhaltung ermöglicht es, mit hoher Wahrscheinlichkeit den Zeitpunkt eines Ausfalls vorherzusehen und daher einen Ausfall zu verhindern. Diese Methode schützt auch das Unternehmen vor unnötigen Wartungskosten, insbesondere wenn der Zustand der Maschine dies nicht erfordert.

Instandhaltungssystem und COVID-19

Der gute technische Zustand von Maschinen ist eine der Grundbedingungen für eine sichere Arbeitsumgebung. Das CMMS-System hilft jedoch nicht nur, sich um die Maschinen zu kümmern. Einige seiner Funktionen sind auch bei der Bekämpfung biologischer Gefahren, wie der aktuellen COVID-19-Epidemie nützlich. Wie kann das System zur Erhöhung der Sicherheit der Arbeitnehmer genutzt werden?

Erhebung von Daten über Arbeitnehmer – Im System können Informationen über durchgeführte Schulungen aber auch Virustests erfasst werden.

Kontaktfreie Zuteilung von Aufgaben und Berichterstattung über Aufgaben – Direkte Kontakte zwischen den Arbeitnehmern können so minimiert werden.

Beseitigung des Papierdokumentumlaufs – Bei Einsatz eines CMMS-Systems kann in der Regel auf Papierdokumentation verzichtet werden, die ein potenzieller Virusüberträger sein kann.

Zusätzliche Kontrollpunkte – Hinzufügung neuer Positionen in den Checklisten, z. B. im Zusammenhang mit der Desinfektion.

Persönliche Schutzausrüstung – CMMS ermöglicht die Verwaltung der Bestände von Masken, Handschuhen oder sonstigen Reinigungs- und Desinfektionsmitteln.

Abfallmanagement – Das CMMS-System ermöglicht die Unterscheidung zwischen den Abfällen, die mit einem Produkt verbundenen sind und der Abfälle, die aus einem bestimmten Vorgang resultieren (z. B. der Reinigung eines Arbeitsplatzes).

Arbeitspläne – Innerhalb des CMMS-Systems können Dienstpläne der Instandhaltungstechniker geplant werden. Dadurch wird vermieden, dass Arbeitnehmer in unterschiedlichen Schichten und Teams tätig sind.

Auswahl eines CMMS-Systems – einige der weniger offensichtlichen Anwendungsgebiete

Das CMMS-System ist ein Instrument, das bei der Lösung einer Reihe von Problemen hilft, die mit der Verwaltung der Instandhaltungsabteilung verbunden sind. Die Software kann Managern bei der Kontrolle, Planung sowie Entscheidungsfindung im Finanz- und Personalbereich helfen. Bei der Lösung welcher Probleme kann das System sonst helfen?

Kostenkontrolle

Das Instandhaltungssystem hat die Möglichkeit, Instandhaltungsausgaben zu verfolgen und sie mit der geplanten Höhe der Ausgaben zu vergleichen. Das System erfasst verschlissene Teile, den Arbeitsaufwand und sonstige Kosten die im Zusammenhang mit den Wartungs- und den Instandsetzungsarbeiten stehen. Dadurch wird das Programm zu einer zuverlässigen, zentralen Datenbank aller Instandhaltungskosten.

Die Verfügbarkeit der aktuellen Informationen über Kostenquellen hilft, die Kontrolle über diese Kosten zu verbessern. Die Erfassten Daten sind Basis der Analyse und der Optimierung der Ausgaben sowie einer rationalen Planung der Ausgaben für die folgenden Jahre.

Effiziente Bestandsverwaltung

Eine der größten Herausforderungen für Verantwortliche der Instandhaltung ist eine effiziente Verwaltung von Ersatzteilvorräten. Die Wartezeit für einige spezielle Komponenten kann viele Monate betragen. Daher ist es schwierig, eine angemessene Höhe der Lagerbestände fest zu legen. Die Verfügbarkeit der dringend benötigten Teile sollte unbedingt gewährleistet werden, gleichzeitig sollte aber ein kostspieliger Überfluss vermieden werden.

Dank historischer Analysen und Prädiktion trägt die CMMS-Software dazu bei, den künftigen Bedarf an einzelnen Teilen vorherzusehen und deren optimalen Bestellungstermin festzulegen. Nach einer Studie des Reliability Leadership Institute ermöglicht das CMMS-System eine Senkung der Ersatzteilkosten durchschnittlich um 19 Prozent.

Interne Mitarbeiter oder Outsourcing – oder vielleicht Zusammenarbeit?

Das Instandhaltungssystem ermöglicht es, den Arbeitsaufwand und die mit der Durchführung der einzelnen Wartungsarbeiten verbundenen Kosten zu erfassen. So kann verglichen und entschieden werden, welche Aufgaben die eigene Abteilung erledigen sollte und welche Aufgaben besser einer Fremdfirma in Auftrag gegeben werden sollten. Das Instandhaltungssystem ist ein immer häufiger eingesetztes und dabei ein vielseitiges Instrument mit dessen Hilfe Maschinen, Anlagen und Prozesse umfassend verwaltet werden können. Entsprechend ausgewählt und umgesetzt sollte es die Arbeit jeder Instandhaltungsabteilung verbessern.

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